Start › Ratgeber › AirTag oder GPS-Tracker
AirTags sind billig, klein und halten ein Jahr. Deshalb landen sie im Schulranzen. Das kann sinnvoll sein — aber ausgerechnet in der Lage, für die man sie kauft, versagen sie oft.
Ein AirTag bestimmt seine Position nicht selbst. Er sendet ein verschlüsseltes Bluetooth-Signal mit geringer Reichweite. Kommt ein fremdes iPhone vorbei, fängt es dieses Signal auf und meldet anonym die eigene Position an Apple. Der Besitzer sieht dann: „hier war der AirTag zuletzt“.
Das Verfahren ist elegant und datensparsam. Es hat aber eine harte Voraussetzung: Es müssen fremde Apple-Geräte vorbeikommen. Wo keine sind, passiert nichts. Kein Fehler, kein Hinweis — nur eine Position, die alt wird.
| Situation | AirTag | GPS-Tracker mit SIM |
|---|---|---|
| Innenstadt, Bahnhof, Einkaufszentrum | meist brauchbar, Aktualisierung oft im Minutenbereich | brauchbar |
| Wohngebiet | je nach Nachbarschaft schwankend | brauchbar |
| Wald, Feld, Uferbereich | oft stundenlang keine neue Position | meldet selbstständig weiter |
| Nachts | schlechter, weil weniger Menschen unterwegs sind | unverändert |
| Alarm beim Verlassen eines Bereichs | eingeschränkt | üblich |
| SOS-Taste für das Kind | nein | bei vielen Modellen |
| Laufende Kosten | keine | Mobilfunkvertrag nötig |
| Akku | rund ein Jahr | Tage bis Wochen, muss geladen werden |
Ein Gerät mit eigener Mobilfunkverbindung: GPS-Tracker oder Kinder-Smartwatch. Es meldet seine Position selbstständig, unabhängig davon, ob jemand vorbeigeht. Alarm beim Verlassen eines festgelegten Bereichs und eine SOS-Taste sind die Funktionen, auf die es ankommt. Achte auf Akkulaufzeit und darauf, dass das Gerät am Körper bleibt — ein Tracker im Ranzen ortet den Ranzen.
Da kann ein AirTag genügen. Man sollte nur wissen, was man hat: eine Spur von letzten Positionen, keine Live-Ortung.
Eine Smartwatch mit Mobilfunk wird oft eher getragen als ein Zusatzgerät, das man einstecken müsste. Manche Modelle erkennen Stürze. Rechtlich und menschlich gilt: Ortung von Erwachsenen setzt Einwilligung voraus oder, wenn die nicht mehr möglich ist, eine saubere Absprache mit Betreuung und Angehörigen.
Ein entlaufener Hund läuft schnell dorthin, wo keine Menschen sind. Genau da hilft ein AirTag nicht. Für Tiere lohnt ein GPS-Halsband — bei Katzen zusätzlich ein Modell mit Sicherheitsverschluss.
Sag beim Notruf ausdrücklich, dass ein Ortungsgerät vorhanden ist, und welches. Die Polizei kann Ortungen veranlassen, die dir selbst nicht möglich sind. Die letzte bekannte Position aus deiner App ist trotzdem wertvoll — sie legt den Startpunkt der Suche fest. Was danach kommt, steht hier: Die ersten zwei Stunden.
Nein. Ein AirTag sendet ein Bluetooth-Signal, das von fremden Apple-Geräten in der Nähe aufgefangen und weitergemeldet wird. Ohne ein solches Gerät in Reichweite gibt es keine neue Position — nur die letzte bekannte.
Meist schlecht. Das Verfahren braucht fremde iPhones in der Nähe. In der Stadt kommen Aktualisierungen oft im Minutentakt, in dünn besiedeltem Gebiet unter Umständen stundenlang gar keine — und genau dort finden Suchaktionen statt.
Ja, und das ist beabsichtigt. Ein AirTag, der sich längere Zeit fern vom eigenen Besitzer bewegt, gibt einen Ton ab und löst auf fremden iPhones eine Warnung aus. Der Schutz vor Stalking arbeitet damit gegen die dauerhafte Ortung einer Person.
Ein Ortungsgerät mit eigener Mobilfunkverbindung — ein GPS-Tracker oder eine Kinder-Smartwatch. Diese melden ihre Position selbstständig, unabhängig von fremden Geräten, und bieten meist Alarme beim Verlassen eines Bereichs sowie eine SOS-Taste.
Nein. Ein Ortungsgerät kann Zeit sparen, wenn etwas passiert ist. Es verhindert nichts, es kann verloren gehen, der Akku kann leer sein, und in ein Gewässer folgt ihm das Signal nicht. Gesicherte Zugänge und Schwimmenlernen wirken vorbeugend, ein Tracker nicht.
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